23. März 2009 Siegfried Seidel

Gelebte Solidarität in Badenstedt

Als die Belegschaft des Fahrradwerks Bike Systems in Nordhausen den von der Schließung bedrohten Betrieb besetzte und im Oktober 2007 eine Woche lang in eigener Regie Strike Bikes montierte, erregte dies bundesweit Aufsehen.

Auch wenn das aufmüpfige Kollektiv danach die besetzte Fabrik räumte und in eine Transfermaßnahme wechselte, hat ihr Engagement Spuren hinterlassen. Eine Woche lang hatten sie in eigener Regie 1.800 Strike Bikes“ produziert und damit bewiesen, dass eine selbst verwaltete Produktion möglich ist. Gleichzeitig gab es einen Aufruf Internet, Fahrradhändler vor Ort anzusprechen, ob sie das „Strike Bike“ verkaufen könnten. Der linke Bezirksrat Siegfried Seidel fragte bei seinem Fahrradhändler in Badenstedt nach. Der wendete sich an die KollegInnen von „Strike Bike“, aber leider waren die „Strike Bikes“ schon ausverkauft.

Im Dezember 2007 organisieren eine Handvoll Mitarbeiter dann die Neugründung einer Fahrradmanufaktur und führen Vorgespräche mit Lieferanten und Kunden. Es folgt die Gründung der Strike Bike GmbH und die Vorstellung der neuen Fahrradmodelle. 1. Mai 2008: Die Produktion beginnt. Der Fahrradhändler nimmt erneut Kontakt zu Strike-Bike auf, diesmal mit Erfolg: Das "Volksrad" kann jetzt bei bei 2-Rad Wiederhold in der Badenstedter Straße 204 (Tel: 49 42 20) gekauft werden. Bezirksrat Siegfried Seidel meint: “Dies ist ein Zeichen von gelebter Solidarität. Es wäre schön, wenn mehr Menschen solche alternativen Projekte unterstützen.“