19. Januar 2011 Daniel Josten

Denkmal für den unbekannten Deserteur

Der Rat möge beschließen:

Im Haushaltsplan 2011 werden im Produkt 28103, Erinnerungskultur, zusätzliche Mittel in Höhe von 5.000 Euro

  1. für die Sanierung des Denkmals für den unbekannten Deserteur auf dem Trammplatz, sowie
  2. für eine Informationstafel zur Erläuterung des Schicksals der Deserteure,

eingesetzt.

Begründung:

Seit 1988 steht auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus das Denkmal für den unbekannten Deserteur. Zwar wurde das Denkmal zwischenzeitlich erfreulicherweise durch einen Sockel aufgewertet, das Denkmal ist jedoch für die zahlreichen BesucherInnen aus dem In- und Ausland noch immer wenig auffällig. Zum anderen ist es mittlerweile in keinem guten Zustand mehr, so dass eine Sanierung dringend geboten wäre.

Das Schicksal der Deserteure der Deutschen Wehrmacht gehört zu den am wenigsten aufgearbeiteten Kapiteln der NS-Zeit. Auch in der Bundesrepublik wurde die überwiegende Zahl von Urteilen wegen Fahnenflucht nicht aufgehoben, in der öffentlichen Diskussion wurden sie vielmehr gerade in der Nachkriegszeit weiterhin als Verräter und Feiglinge gebrandmarkt. Selbst nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege blieb es bei einer Einzelfallprüfung vor einer Rehabilitation. Erst im Jahre 2002 wurden auch Urteile von Militärgerichten pauschal aufgehoben.