Linden soll Linden bleiben!
Luk List, Ratsherr, Die Linke
Das für den Stadtteil typische Haus aus der Vorgründerzeit soll erhalten bleiben. Eine sinnvolle Sanierung und der Erhalt bezahlbaren Wohnraums ist notwendig und nicht der Neubau von hässlichen Betonbauten, die bereits ohne Rücksicht auf die sozialen Belange überall im Stadtteil entstehen. Dieser sozialen Verantwortung darf sich kein Hauseigentümer entziehen, auch dann nicht, wenn er keinen "Immobilien Hai" im üblichen Sinne darstellt.
In Linden werden immer mehr Immobilien von Spekulanten aufgekauft und luxussaniert. Alteingesessene BürgerInnen werden so aus ihrem Wohnumfeld vertrieben. Dieses profitable soziale Unrecht führt zu Konflikten mit den ursprünglichen Bewohnern, die sich nicht aus ihrem gewohnten Umfeld verdrängen lassen wollen.
Die Aktivisten kämpfen für ein selbstverwaltetes Zentrum und wollen bezahlbaren Wohnraum für Studenten und gering verdienende Familien schaffen. Die gewaltfreien und sympathischen Jugendlichen erhielten von den Nachbarn Unterstützung in vielfältiger Art.
Die Stadt sollte diese berechtigten Forderungen unterstützen. Mit dem Eigentümer wurden bereits zahlreiche Diskussionen geführt und wir waren uns fast einig für sechs Monate eine Nutzungsvereinbarung zu schließen.
Erst danach hat der Eigentümer die Verhandlungen durch die Forderung nach vorheriger Räumung unnötigerweise scheitern lassen. Der Eigentümer hatte bereits am Mittwoch Anzeige erstattet und das Haus am Montag von der Polizei räumen lassen. Dies wirft kein gutes Licht auf die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen des Eigentümers.
Für eine Einigung und sinnvolle Verwendung des Hauses stehe ich trotzdem nach wie vor mit unserer Fraktion zur Verfügung und ich bin sicher, im Bezirksrat und von den Grünen dabei tatkräftige Unterstützung zu erhalten.
Die Einforderung sozialen Wohnrechts und ein autonomes Jugendzentrum sind wichtiger als persönliche Vorteile oder Profitinteressen.
Deshalb soll Linden in seiner Lebensart erhalten bleiben.
Quelle: LiZ, Ausgabe Juni 2011, S.5
www.hallolinden.de/Vereine-Initiativen/LiZ/LiZ_201106_150.pdf
Linden steht zu den Grundrechten
Christian Eggers, Bezirksratsmitglied, CDU
Wie lauter die Ziele der Aktivisten unter der gerechtfertigten Diskussion um bezahlbaren Wohnraum und Gentrifizierung in Linden auch sein mögen – eine Besetzung ist keine demokratische Option und bleibt als Hausfriedensbruch eine Straftat.
Im September sind in Niedersachsen Kommunalwahlen: Grüne und Linke eröffnen den Wahlkampf in Linden mit Mitteln, die auf das Schärfste zu verurteilen sind.
Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Grube von den Grünen und der linke Ratsherr List sind dabei an vorderster Front zu finden. Ob sie sich damit noch mit beiden Beinen fest auf unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung befinden, muss zumindest angezweifelt werden.
Das Haus der Limmerstraße 98 ist architektonisch typisch für die Vielfalt in unserem Stadtbezirk, es passt zu Linden; so setzt sich die CDU auch seit Langem für den Erhalt stadtteilprägender Häuser in unserem Stadtbezirk ein – wenn, und nur wenn, es für den Eigentümer auch wirtschaftlich möglich und baurechtlich machbar ist.
Der neue Eigentümer möchte sich mit seiner Familie einen Lebenstraum erfüllen, Wohnraum schaffen und selbst in das Haus einziehen.
Er lebt seit Jahren in Linden, dazu mit Migrationshintergrund. Hier sollte ihm von allen Seiten Unterstützung und Anerkennung zufließen. Dass der Eigentümer mit alledem nicht so recht ins Feinbild der Aktivisten passen mochte, hätte sie abermals dazu bewegen sollen, über einen Abbruch der Aktion umgehend nachzudenken.
Es ist das gute Recht des Eigentümers, Strafanzeige zu stellen und die Besetzung auflösen zu lassen. Den Aktivisten sei zugute zuhalten, dass die Räumung wie die ganze Aktion friedlich abgelaufen ist.
Linke wie Grüne sollten über Ihre Einstellung nachdenken und zur demokratischen Diskussion zurückkehren.
Vielleicht ist es noch nicht zu spät und der neue Eigentümer ist nicht völlig verschreckt und kann dazu bewogen werden, sein Vorhaben nicht aufzugeben.
Für Linden wäre es ein Gewinn.
Quelle: LiZ, Ausgabe Juni 2011, S.5
www.hallolinden.de/Vereine-Initiativen/LiZ/LiZ_201106_150.pdf