17. März 2011 Oliver Förste
Bebauung des Klagesmarktes: SPD entsorgt eigene Geschichte
„Mit einer Bebauung des Klagesmarktes entsorgt die hannoversche SPD ihre eigene Geschichte.“ Das betonte Oliver Förste, Vorsitzender der Linksfraktion, auf der heutigen Sitzung des Bauausschusses. Insbesondere im 20. Jahrhundert sei der Klagesmarkt ein Ort demokratischer und antifaschistischer Manifestationen gewesen. „Der Platz muss deshalb als Ort der hannoverschen Geschichte aber auch als Freiraum und als Ort für zukünftige Demonstrationen erhalten bleiben.“
Einige historische Beispiele von Versammlungen auf dem Klagesmarkt:
- Am 7.11. 1917 veröffentlichen der provisorische Soldatenrat und die hannoversche SPD-Führung eine Proklamation des „Vorläufigen Arbeiter- und Soldatenrates“ mit einer anschließenden Massenversammlung.
- Im Jahr 1920 gibt es eine Massenkundgebung gegen den Kapp-Putsch.
- Am 4.2. 1933 findet eine große Demonstration der SPD und der „Eisernen Front“ gegen die Nationalsozialisten und den braunen Terror statt.
- Am 19.2. 1933 demonstrieren 45.000 Sozialdemokraten und andere gegen die Nationalsozialisten unter dem Motto: „Zeigt der Reaktion, dass Hannover rot bleibt!“
- Am 1.4. 1947 gibt es eine große Kundgebung der SPD gegen Hungerrationen unter dem Motto „Wir fordern Brot“.
- Am 31.3. 1979 endet der sogenannte Gorleben-Treck mit 100.000 Atomkraftgegnern auf dem Klagesmarkt.
- Am 1.5. 2009 demonstrieren über 40.000 Menschen auf dem „Fest der Demokratie“ gegen einen Naziaufmarsch.
DIE LINKE unterstützt den Antrag der FDP auf eine wirkliche Bürgerbeteiligung bei der geplanten Bebauung des Klagesmarktes und wird ein alternatives Konzept zur Verschönerung des Platzes vorlegen, womit dieser als Veranstaltungsort erhalten bleibt.