Keine Bebauung des Klagesmarktes!

Mit dem Konzept City 2020 plant die Stadt die Bebauung des Klagesmarktes mit mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshäusern. DIE LINKE. Region Hannover spricht sich strikt dagegen aus.

Der Klagesmarkt wird von den Hannoveranerinnen und Hannoveranern seit Jahrhunderten als Ort für Veranstaltungen und Demonstrationen genutzt. Schon im Mittelalter gab es dort einen Viehmarkt. Insbesondere im 20. Jahrhundert haben dort immer wieder linke und demokratische Gruppen zuerst gegen den historischen Faschismus und dann gegen Neonazis demonstriert. DIE LINKE will den Klagesmarkt deshalb als Ort der „Geschichte von unten“, aber auch als Platz für zukünftige Veranstaltungen und Demonstrationen erhalten.

Platz für 1. Mai Kundgebungen ginge verloren

Wir können auch überhaupt nicht verstehen, dass die Gewerkschaftsspitzen in Hannover sich damit einverstanden erklärt haben, in Zukunft auf den Klagesmarkt als Veranstaltungsort der traditionellen 1.-Mai-Kundgebungen zu verzichten. Schließlich liegt dieser Platz zentral zwischen den Zentralen der Einzelgewerkschaften und des DGB. Der Trammplatz vor dem Rathaus ist deshalb kein wirklicher Ersatz für den Klagesmarkt, auch passen dort längst nicht so viele Stände und Besucher hin.

Weitere Verdichtung der Innenstadt

Die geplante Bebauung des Klagesmarktes steht außerdem im Zusammenhang mit der zunehmenden Verdichtung der Innenstadt auch an anderen Orten. So hat die Stadt bereits beschlossen, den Andreas-Hermes-Platz hinter dem Bahnhof und den Steintorplatz zu bebauen. Wenn aber Steintor und Klagesmarkt zugebaut würden, dann gäbe es im ganzen nordwestlichen Teil der Innenstadt keine öffentlichen Plätze für Veranstaltungen mehr. Das gilt nicht nur für politische Versammlungen, sondern auch für den Marktschreier-Wettbewerb oder Sportereignisse wie das Beachvolleyball-Turnier. Mit der Bebauung würde zudem die bemerkenswerte Sichtachse von der Goseriede bis zur Christuskirche und die bisherige Funktion des Klagesmarktes als Kaltluftschneise verloren gehen.

Gegen die Privatisierung des öffentlichen Raums

DIE LINKE wendet sich ganz entschieden gegen den Ausverkauf öffentlicher Plätze an private Investoren. Der öffentliche Raum gehört allen Bürgerinnen und Bürgern, und die Stadt braucht genügend Luft zum Atmen!