1918 - 1933: Revolution und Kundgebungsplatz

Am 07.11.1918 wurde gegen Mittag der „Vorläufige Arbeiter- und Soldatenrat“ proklamiert, dem neben vier Soldaten die SPD-Reichstagsabgeordneten August Brey, Adolf Fischer und Friedrich Rauch, sowie das Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Robert Leinert (SPD) angehörten. In der Zeit der Weimarer Republik von 1918 bis 1933 war der Klagesmarkt Aufmarschplatz für zahlreiche Massendemonstrationen der Gewerkschaften. So fanden am 14.03.1920 zeitgleich drei Massenkundgebungen vor dem Hauptbahnhof, auf dem Königsworther Platz und dem Klagesmarkt statt. Der Magistrat hatte zur Kundgebung gegen den Putschversuch am Vortag (Kapp-Putsch) aufgerufen. Im März 1921 fand auf dem Klagesmarkt eine kommunistische Sympathiekundgebung für die Aufständischen in Mitteldeutschland und Hamburg statt.
Auch die Rechten nutzten den Klagesmarkt bereits vor 1933 als Aufmarschplatz. So folgten am 07.04.1921 rund 15.000 HannoveranerInnen einem Aufruf der bürgerlichen Rechtspartei zu einer Demonstration für den Rücktritt des Oberbürgermeisters Robert Leinert. Am 01.05.1921 zogen rund 80.000 ArbeitnehmerInnen bei der ‚Gegendemonstration‘ unter der Losung „Nicht Amboß, sondern Hammer sein“ vom Klagesmarkt aus durch die Innenstadt zum Waterlooplatz.