
Am 16.09.1945 eröffnete als erster Nachkriegsmarkt der Septembermarkt auf dem Klagesmarkt. Am 01.04.1947 kam es am frühen Nachmittag zu einer ersten Großkundgebung der SPD unter dem Motto „Wir fordern Brot“ im Anschluss an Arbeitsniederlegungen in zahlreichen hannoverschen Betrieben. Eine weitere Großkundgebung gegen die Hungerrationen folgte am 19.05.1947. Delegationen tragen Ministerpräsident Kopf und Zivilgouverneur McReady Besorgnisse und Forderungen vor; die Arbeitsniederlegungen, Demonstrationen und Protestkundgebungen zogen sich bis Ende 1948 hin. Im Dezember 1947 fand ein erster dürftiger Weihnachtsmarkt auf dem Klagesmarkt statt.
1953 kehrten die Gewerkschaften an Klagesmarkt zurück: das neue Gewerkschaftshaus in der Otto-Brenner-Straße am südlichen Rand des Klagesmarktes wurde Sitz des DGB Niedersachsen. 1964 wurden dem Bauausschuss des Rates Vorschläge zur Umgestaltung des Klagesmarktes vorgelegt: doppelte Baumreihen sollten den Platz von dem Verkehr im östlichen und südlichen Teil abschirmen, im nördlichen Drittel sollte der alte Jahreszeitenbrunnen der Flusswasserkunst wieder aufgestellt werden, der übrige Raum dieses Drittels wurde 90 Marktbeschickern angeboten. Die verbleibenden 2/3 sollten weiterhin als Platz für Großkundgebungen, den Topfmarkt oder zum Parken dienen. Außerdem plante man eine mehrgeschossige Tiefgarage. Bis auf die Tiefgarage wurden alle baulichen Umgestaltungen vorgenommen. 1978 folgte die 2. Runde der „Verschönerung des Klagesmarktes“: Ziel sollte es sein, den Platz für Fußgänger attraktiver zu gestalten. Die Pläne wurden jedoch erst einmal nicht realisiert, da der Neubau der U-Bahnlinie C-Nord Vorrang hatte. Auf der Abschlusskundgebung des Gorleben-Trecks versammeln sich am 31.03.1979 rund 100.000 Menschen auf dem Klagesmarkt. Es war die bis heute größte Demonstration in Niedersachsen. 1982, nach der „Wende“ in Bonn, dem Ende der sozialliberalen Koalition, fand auf dem Klagesmarkt eine Großkundgebung des DGB mit 40.000 TeilnehmerInnen unter dem Motto „Wehret den Anfängen! Verteidigt unseren Sozialstaat“ statt. 1989 legte Architekt Peter Grobe einen Plan vor, eine zweite Markthalle im nördlichen Drittel des Klagesmarktes zu bauen, da hier sowieso schon ein Markt stattfinden würde. Die Verwaltung lehnte das Projekt ab. Am 01.05.2009 demonstrieren über 40.000 Menschen auf dem „Fest der Demokratie“ gegen einen geplanten Naziaufmarsch.