Deutscher Bundestag - öffentliche Petitionen

Der Petent fordert dazu auf, die bestehenden Aufklärungs- und Aktionsprogramme gegen Rechtsradikalismus zu fördern und zu erweitern. MEHR

 

Unsere Positionen

Das Kurzwahlprogramm der LINKEN zur Kommunalwahl 2011

Für eine sozialere Stadt und Region Hannover

„Eigentlich müsste unser Wahlprogramm immer mit einem kleinen Sternchen oder einer Fußnote versehen werden:

„Unser Wahlprogramm steht unter einem Systemvorbehalt“ Die besten Wahlprogramme können nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns der Kapitalismus erbarmungslos Grenzen setzt, wenn es um eine gerechtere, ökologischere

und friedlichere Welt geht.

Dr. Gesine Lötzsch, Parteivorsitzende DIE LINKE, Berlin 2010

 

Die Region Hannover ist unser Zuhause. LINKE Kommunalpolitik muss daher die berechtigten Interessen der Bevölkerung aufgreifen und Druck machen, damit die Kommunen auch von Bund und Land ausreichende Finanzmittel erhalten, um eine öffentliche Daseinsvorsorge zu gewährleisten.

Wir wollen eine gerechte, emanzipatorische, friedliche und solidarische Gesellschaft mit dem Ziel des Demokratischen Sozialismus:

Durch radikale Verkürzung der Erwerbsarbeit (von der alle gut leben können) haben Frauen und Männer die Zeit, im demokratischen Aushandlungsprozess an der Gestaltung eines guten Lebens für alle in der Kommune mitzuwirken.  Unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung betätigen sich alle auch an der Gestaltung humaner Mensch-Mensch- und schonender Natur-Mensch-Beziehungen und entfalten zugleich ihre menschlichen Wesenskräfte.  Die persönlichen Entwicklungen von Frauen, Männern und Kindern sind in einer solidarischen Kommune untrennbar ineinander verwoben.

Die folgenden Leitziele stehen dafür, wir haben sie im Dialog mit Menschen aus Sozial- und Umwelt-Initiativen erarbeitet:

1. Sozial ist gerecht

Die Region Hannover und die ihr angehörenden Kommunen ermöglichen allen Einwohnerinnen und Einwohnern unabhängig von ihrem Einkommen die volle gesellschaftliche Teilhabe.

DIE LINKE lehnt die sozial ungerechte Hartz IV-Gesetzgebung entschieden ab und setzt sich stattdessen für eine sozial gerechte Gesellschaft ein:

Das System Hartz IV nimmt den Betroffenen die Menschenwürde und zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ebenso schlecht gestellt sind Menschen mit geringen Renten, Erwerbsunfähige, Alleinerziehende oder Asylsuchende. Diese sind von den vielfältigen kulturellen, sportlichen und Bildungsangeboten ausgeschlossen.

Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in einem Öffentlich geförderten Beschäftigungs-Sektor (ÖBS), damit die Menschen nicht wieder in „Hartz IV“ abstürzen

Einen „Region Hannover Pass“ für die Menschen mit geringem Einkommen zur kostenlosen bzw. stark verbilligten Nutzung kultureller, sportlicher und gesellschaftlicher Einrichtungen sowie des Öffentlichen Personennahverkehrs

Keine Kontoführungsgebühren bei der Sparkasse Hannover für InhaberInnen des „Region Hannover Passes“

Einführung eines Sozialtarifes für Strom und Gas, Verbot von Strom- und Gasabschaltungen

Keine Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Firmen, die nicht den Tariflohn zahlen

Finanzielle Förderung von Arbeitslosen-Selbsthilfeorganisationen

Einen Ombudsmann für Hartz-IV-Betroffene

2. Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft

Kinder und Jugendliche mit ihren spezifischen Bedürfnissen sind vollwertige Mitglieder der Gesellschaft. Die demokratische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ist gewährleistet. Eine bedarfsgerechte öffentliche Infrastruktur unterstützt das Leben mit Kindern und Jugendlichen.

Die steht weiterhin aus. Statt eines erforderlichen Gesamtkonzeptes besteht nur ein unkoordinierter Flickenteppich kleinerer Initiativen.

Aufstockung des Personals in allen kommunalen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit,

Flächendeckende Angebote zur Ganztagsbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen

Ausbau des öffentlichen und freien, nicht-profitorientierten Kita-Angebotes in unterversorgten Gebieten der Region.

Kostenfreier Mittagstisch für alle Kinder

Regionsweite Elternbefragung zur Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs an KiTa-Betreuungsplätzen

Selbstverwaltete Jugendzentren, Akzeptanz selbst organisierter Freizeittreffpunkte

Einrichtung von Spielstraßen

Einsetzung eines Kinder- und Jugendbeauftragten

Modellprojekte zur inklusiven Beschulung und Öffnung von Förderschulen als Regelschulen


3. Gleichstellung

Alle Menschen in der Region Hannover sind unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung gleichberechtigt.

Frauen müssen stärker in die kommunalen Entscheidungen einbezogen werden

Einstellung von Frauenbeauftragten in allen Städten und Gemeinden der Region Hannover

Erhalt bestehender Frauenprojekte, wie z. B. Frauenberatungsstellen, Frauennotruf, Phoenix e. V.

Jede/Jeder muss das Recht haben, frei über ihr/sein Sexualleben zu entscheiden

Unterstützungsangebote für schwule, lesbische und transsexuelle Jugendliche

Wir unterstützen das Nachfolgeprojekt für den Knackpunkt in der Landeshauptstadt Hannover

Familienarbeit (Reproduktionsarbeit) und die „Arbeit am Menschen“ muss gesellschaftlich aufgewertet und entsprechend bezahlt werden

4. Öffentlich - weil es lebenswichtig für Alle ist

Privatisierung ist Diebstahl von öffentlichem Eigentum. Deshalb lehnt DIE LINKE  Privatisierungen ab!

Viele Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sind von Privatisierung bedroht, auch in der Region Hannover. Die kommunalen Betriebe sind der Kontrolle der demokratisch gewählten MandatsträgerInnen durch die Überführung in GmbHs oder Aktiengesellschaften entzogen. Die kommunalen Töchter (wie z. B. Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH), Enercity, hannoverimpuls, üstra, aha) müssen in ihren Strukturen transparenter und wieder durch die Politik kontrolliert werden.

Bereits privatisierte Einrichtungen (wie beispielsweise die Pflegeheime der Region) müssen nach und nach rekommunalisiert werden

Der Rettungsdienst bleibt bei den gemeinnützigen Trägern oder wird kommunalisiert

Kommunale Einrichtungen wie öffentliche Schwimmbäder oder Büchereien müssen erhalten bleiben

Keine Finanzierung von Investitionen und Betrieb über PPP

Am Bedarf orientierte finanzielle Existenzsicherung von sozialen Projekten und Initiativen durch die Kommune und/oder die Region Hannover

Unterstützung von selbstverwalteten und/oder genossenschaftlichen Strukturen zur Daseinsvorsorge

Unser Ziel bis 2030: Alle Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge befinden sich in öffentlicher Hand. Wasserversorgung, Energie, Wohnen, Mobilität, Bildung, Kultur, Gesundheit und vieles andere mehr werden flächendeckend in guter Qualität für alle garantiert. Die öffentlichen Betriebe sind transparent aufgebaut und werden demokratisch kontrolliert.


5. Arbeit und Leben - Wirtschaftsdemokratie

Von Arbeit müssen Menschen leben können – Öffentlich geförderter Beschäftigungssektor als eine Alternative zur Massenarbeitslosigkeit

Aufbau eines kommunalen öffentlich geförderten Beschäftigungssektors (ÖBS) mit sozialversicherungspflichtigen auskömmlichen Arbeitsplätzen. Bei der Neuorganisation des Job-Centers sollte auf eine wirkungsvolle kommunale Eingriffsmöglichkeit geachtet werden, um in der Region einen ÖBS aufzubauen. Dazu sollen die bisher für sogenannte 1-Euro-Jobs und Bürgerarbeit verwendeten Mittel eingesetzt werden

Errichtung eines kommunalen Betriebes, der als Dach- und Auffangbetrieb Projekte für notwendige Soziale Dienstleistungen sicherstellt

Kommunale Planung und Sicherstellung der notwendigen Angebotspalette

Bedarfsorientierte finanzielle Existenzsicherung der Projekte durch die Kommune

Anlehnung der Vergütung der Beschäftigten an die Tarife im Öffentlichen Dienst

„Rettungsschirm“ für in der Existenz bedrohte Freiberufliche und Kleinbetriebe

Unser Ziel bis 2030: Die privatwirtschaftlichen und öffentlichen Betriebe werden nach den Grundsätzen der Wirtschaftsdemokratie geführt, d. h. die Beschäftigten entscheiden über Produktion, Produkte und Produktivität ihrer Betriebe.

 

6. Leben mit der Natur – atomstromfrei

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen wird bei allen kommunalen Maßnahmen vorrangig berücksichtigt. Umweltpolitik ist eine Querschnittsaufgabe. Effektive Energienutzung trägt zum Klimaschutz bei.

Eine gentechnikfreie Region Hannover

Erstellung eines regionalen  Öko-Atlas zum Aufzeigen von Umweltbelastungen

Durchsetzung des Verursacherprinzips bei Umweltschäden

Koordinierung des Hochwasserschutzes bei der Region Hannover zur Abstimmung der Hochwasserschutzprojekte

Keine weiteren Massentierhaltungsanlagen in der Region Hannover

Förderung des weiteren Ausbaus der biologischen Landwirtschaft und der artgerechten Tierhaltung

Förderung von regionalen Wirtschaftskreisläufen, um so auch regional erzeugte Lebensmittel zu vermarkten

Ein umfangreiches vegetarisches Angebot sowie die bevorzugte Verwendung von Nahrungsmitteln aus der Region in öffentlichen Kantinen im Klinikum Region Hannover sowie Schulen und KiTas

Flächendeckende Nutzung vorhandener Abwärmequellen und der Geothermie

Schaffung eines kommunalen Stadtwerkeverbundes für eine von den Energiekonzernen unabhängige atomstromfreie Region Hannover

Ein kommunales Programm zur Wärmedämmung und zur effektiven Energienutzung in den öffentlichen Gebäuden

Konzentration der Klimaschutzmaßnahmen bei der Klimaschutzagentur

Verbot von unterirdischer CO2-Speicherung in der Region Hannover

Die Region Hannover soll sich für die Abschaltung des AKW Grohnde und die schnellstmögliche sichere Räumung des Atommülllagers Asse einsetzen

Unser Ziel bis 2030: Die Region Hannover ist eine energieautarke Region, d. h. alle Städte und Gemeinden decken ihren Energiebedarf durch dezentrale und erneuerbare Energiequellen.

 

7. Mobilität für alle – sozial, ökologisch, barriere- und kostenfrei

Der flächendeckende Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), FußgängerInnen und RadfahrerInnen genießen Vorrang vor dem Motorisierten Individualverkehr (MIV). Darum wird der MIV reduziert, gleichzeitig der ÖPNV und das Radwegenetz ausgebaut.

 

An den Wochenenden eine autofreie Innenstadt verbunden mit kostenlosem ÖPNV in Hannover, schrittweiser Umbau der City Hannovers und der Innenstädte der Region in autofreie Zonen

Aufbau eines regionsweiten Fahrradstraßensystems, Reparatur und Ausbau des vorhandenen Radwegenetzes

Fahrradparkhäuser zur kostenlosen Nutzung an Bahnhöfen und Umsteigestellen in der Region

Reduzierung und Entschleunigung des MIV durch generelle Einführung von Tempo 30 in den Wohngebieten, Reduzierung der Geschwindigkeit auf Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen

Grundsätzlich eine Querungsphase für RadfahrerInnen und FußgängerInnen

Den weiteren Ausbau eines barrierefreien ÖPNV in der gesamten Region Hannover, den Auf- und Ausbau eines innerstädtischen Straßenbahnnetzes mit Niederflurtechnik

Kürzere Taktzeiten für alle Öffentlichen Verkehrsmittel Tag und Nacht

Eine generelle Fahrpreissenkung und Vereinfachung des Fahrpreissystems mit nutzerspezifischen Tarifen. Kinder, Jugendliche, SchülerInnen und Auszubildende fahren kostenlos

Einführung eines regionsweiten Monatstickets für Hartz-IV-EmpfängerInnen, Erwerbslose und sonstige Bedürftige für 16 Euro ohne Wertmarkensystem, finanziert durch eine Pauschalzahlung der Region an die GVH

Ein generelles Nachflugverbot für den Flughafen Hannover

Unser Ziel bis 2030: Die Zentren der Regionsgemeinden sind autofrei, der ÖPNV für alle BenutzerInnen kostenfrei

(Weitere Einzelheiten sind den Kernthesen „Mobilität ist ein Grundrecht“ und den Konzepten „Autofreie City“, „Fahrradstadt Hannover“ und „ÖPNV für alle“ zu entnehmen.)


8. Region Hannover – militärfrei

DIE LINKE lehnt Krieg als Mittel der Politik ab und fordert den Abzug deutscher Truppen im Ausland.

Schaffung alternativer Arbeitsplätze im nichtmilitärischen Bereich (Konversion)

Auflösung des Militärflughafens in Wunstorf

Keine Bundeswehrpropaganda in den Schulen und Jobcentern in der Region

Die sofortige Aufkündigung der städtischen Patenschaft mit der Bundeswehr

Die Durchführung eines internationalen und multikulturellen Friedensfestes im HCC und im Stadtpark anstelle des „Sommerbiwaks“

Unser Ziel bis 2030: Die Region Hannover frei von Militär und dessen Standorten, damit von hier aus keine internationalen Militäreinsätze mehr geplant, gesteuert und unterstützt werden können. Die frei werdenden Mittel und Kapazitäten werden für die Gefahrenabwehr, den Katastrophenschutz, die Konversion sowie für den öffentlichen Beschäftigungssektor eingesetzt.



Wir wollen eine gerechte, emanzipatorische, friedliche und solidarische Gesellschaft mit dem Ziel des Demokratischen Sozialismus. Das wird aber nur Realität, wenn die Menschen selbst aktiv werden – nur dann wird sich etwas bewegen!