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Erfolgreicher Veranstaltungsauftakt der Reihe "Expertenforum" zum Thema Flucht und Asyl

Die ehrenamtliche Initiative WIR.HIER.GEMEINSAM. und der Paritätische Wohlfahrtsverband starteten am 27.2.2017 ihre Vortragsreihe "Expertenforum" zum Thema Flucht und Asyl.

35 Interessierte fanden sich um 19 Uhr in der Kirchengemeinde St. Adalbert in Stöcken ein. Martina Jansen von WIR.HIER.GEMEINSAM. freute sich gemeinsam mit den Flüchtlingen der Dorotheenstraße, dass ihre Vorbereitungen zu dieser Reihe soviel Anklang fanden.

"Vor allem war uns wichtig, bezirksübergreifend Menschen anzusprechen. Dieses ist uns gelungen. Die Besucher kamen aus den verschiedenen Stadtteilen. Das Thema Flüchtlinge ist vielschichtig. Wir stehen für ein Miteinander. Menschen müssen sich kennenlernen, um sich zu verstehen. Die Menschen aus der Dorotheenstraße und die vielen ehrenamtlichen Helfer wollten Begegnungen ermöglichen."

Ute Kampmann und Bianca Titze vom Paritätischen Wohlfahrtsverband unterstützen die Vortragsreihe. Oft wird von Attentätern oder von Problemen mit Flüchtlingen berichtet. Der Großteil der Schutzsuchenden geht dabei völlig unter. Mit der Vortragsreihe möchten wir die Menschen sensibel machen. Unsere Erfahrungen sehen anders aus. Wer die Menschen kennenlernt, bekommt oft ihre Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft zu spüren. So geht es auch den vielen ehrenamtlichen Helfern. Da entsteht ein Band der gegenseitigen Wertschätzung, so Ute Kampmann.

Als erste Referentin konnte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin aus Herrenhausen Stöcken, Sabine Daniels, gewonnen werden.

Sie veranschaulichte das Thema "Von der Flucht bis zum Asylantrag". Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Nach Europa kommen die wenigsten Flüchtlinge. Laut der UNHCR sind 65,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Das entspricht der Bevölkerungszahl von London, New York, Moskau, Istanbul, Tokio, Hongkong gemeinsam.

40,8% der Schutzsuchenden sind Binnenflüchtlinge, das heißt, sie bleiben im Herkunftsland. Die meisten Flüchtlinge werden durch so genannte "unterentwickelte Regionen" aufgenommen. Das sind Regionen, die in der Rangliste der reichen Länder nicht oben angesiedelt sind.

Die Türkei nahm 2,5 Millionen Menschen auf (Rang 65 der Liste).
Pakistan nahm 1,6 Millionen Menschen auf (Rang 69).
Der Libanon nahm 1,1 Millionen Menschen auf (Rang 147).

In Hannover leben derzeit 3900 Flüchtlinge mit etwas über 60 Nationalitäten.

In der Vergangenheit warteten die Schutzsuchenden oft ein Jahr oder mehr auf einen Termin für einen Asylantrag. Bis die Verfahren abgeschlossen sind, vergehen nicht selten 2-3 Jahre. Das ist zu lange.

Zu den Belastungen und Traumata von Erlebtem gesellt sich die Sorge um Angehörige. Die lange Wartezeit und die Unsicherheit, was die Zukunft bringt, führen oft zu Depressionen oder auch körperlichen Beschwerden. Viele "überfällt" dann auch Mutlosigkeit, so die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Sabine Daniels.