Zum Hauptinhalt springen

Antrag: Vorübergehende Wiederinbetriebnahme des Ahlemer Schulzentrums in der Petit-Couronne-Straße als Grundschule

Der Stadtbezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert, das Verfahren zur Schaffung von Wohnbebauung auf dem Gelände des (ehemaligen) Schulzentrums Ahlem an der Petit-Couronne-Straße auszusetzen und das Schulzentrum vorübergehend als Grundschule in Betrieb zu nehmen, bis sich die angespannte Raumsituation an den Grundschulen im Stadtbezirk hinreichend entspannt hat.

Begründung:

Das leerstehende Schulzentrum soll abgerissen werden und das Gelände dann für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern zur Verfügung gestellt werden.

Der Raumfehlbedarf der Grundschulen im Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ist aufgrund gestiegener Schüler*innenzahlen und der veränderten pädagogischen Arbeit (Ganztagsschule) in den letzten Jahren erheblich angestiegen. Berechnungen prognostizieren einen weiteren Anstieg der Schüler*innenzahlen für die Grundschulen im Stadtbezirk bis zum Schuljahr 2022/2023 (siehe kommunaler Schulentwicklungsplan 2018 der Landeshauptstadt Hannover). Die Stadt Hannover fängt den zusätzlichen Bedarf an Räumlichkeiten aktuell durch mobile Klassenzimmer (Container) auf. Mobile Klassenräume können kurzfristig einen Fehlbedarf an Klassenzimmern überbrücken. Sie dürfen aber keine Dauerlösung sein. Und dies zeichnet sich im Stadtbezirk schon lange ab. Der Bezirksrat hat sich in seiner letzten Sitzung für die Erweiterung der Grundschule in der Steinbreite ausgesprochen.

Das Investitionsmemorandum 500plus berücksichtigt keinen Erweiterungsbau. Im Haushalt 2019/2020 sind derzeit keine Mittel für einen Ausbau oder Neubau einer Grundschule im Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt eingestellt. Die Aufforderung des Stadtbezirksrates vom 14.3.2019 ein weiteres Investitionsmemorandum aufzulegen beseitigt den momentanen Raummangel aber nicht. Die Verwaltung hat das Begehren noch nicht entschieden. Das Schulgebäude in der Petit-Couronne-Straße steht leer und soll in absehbarer Zeit einem Baugebiet weichen. Zurzeit dient es als Reserve für einen möglichen Bedarf an Plätzen für Geflüchtete.

Der Stadtbezirk braucht im Grundschulbereich eine sofortige Entlastung. Damit liegt es nahe, das Schulzentrum wieder als Schule zu betreiben, um den eklatanten Raummangel der städtischen Grundschulen im Stadtbezirk zu beseitigen. Die Grundschule in Ahlem hat zwei mobile Raumeinheiten, die an der stark vom Autoverkehr belasteten Richard-Lattorf-Straße stehen. Die Schule hat ihr Interesse am Ausbau zur Ganztagsschule bekundet. Viele Eltern, die sich eine ganztägige Betreuung wünschen, wählen andere Grundschulen. Auch die Grundschule in der Steinbreite und die Friedrich-Ebert-Grundschule überbrücken den Raumfehlbedarf durch Container seit mehreren Jahren. Ein Blick auf die Bevölkerungsprognose bis 2025 zeigt einen Anstieg des Anteils der 6- bis 9-jährigen auf 9,1% (absolut 108 Kinder) für den Stadtbezirk (siehe Bevölkerungsprognose 2014 bis 2025/2030, Schriften zur Stadtentwicklung, Heft 120, Hrsg. Landeshauptstadt Hannover).

Der Raumfehlbedarf lässt sich kurzfristig nur über eine Nutzung des Gebäudes in der Petit-Couronne-Straße lösen. Gerade auch im Hinblick auf das Stadtentwicklungskonzept "Mein Hannover 2030" muss eine weitere Grundschule gebaut werden. Das ehemalige Schulzentrum wäre eine gute Zwischenlösung. Eine Lösung, die offenbart wie wichtig der Landeshauptstadt Hannover eine gute Bildungspolitik ist.