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Baupolitiker und Fraktionsvorsitzender Dirk Machentanz aus der Sondersitzung des aktuellen Stadtentwicklungs- und Bauauschusses vom sechsten Oktober 2021 zu den Asphaltstollen in Hannover/Ahlem zitiert!

Die im Ausschuss gehaltene Rede im Volltext

 

[Es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Ausschusskolleg*innen,

 

die Informationsdrucksache zur Situation der einsturzgefährdeten Tunnelsysteme in Hannover/Ahlem beschreibt ein ernstes Thema. Nahezu 20.000 Quadratmeter Tunnelsysteme gefährden momentan rund 100 Grundstücke und 70 Häuser. Die Tunnel müssen entflutet und mit Zement aufgefüllt werden. Ein Procedere mit einem Kostenvolumen von circa 10 Millionen Euro. Zurzeit verdichtet sich die Annahme, dass wohl die Hauptzuständigkeit bei der Bewältigung der Kosten bei Stadt und Region Hannover liegen sollen. Die Bürger*innen der betroffenen Grundstücke sollen nach jetzigem Stand nicht belangt werden. Die englische Firma The United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company und die Deutsche Asphalt AG begründeten den Asphaltabbau in Ahlem. Auch die Stollen wurden auf Initiative dieser beider heute nicht mehr existenten und somit nicht mehr haftbaren Unternehmen unter Teilen Ahlems angelegt. Umso skandalöser ist die Einschätzung, dass die Continental AG, die zum Ende des II. Weltkrieges hunderte von inhaftierten Menschen eines nahegelegenen Konzentrationslagers in den Stollen schuften ließ, nicht finanziell zur Verantwortung gezogen werden soll, da die Conti bei Kriesgsende nur Pächter*in der Stollen war. Viele Menschen ließen in den Stollen ihr Leben und mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Die Produktion des kriegswichtigen Betriebes sollte unter Tage in die Stollen verlegt werden. Dies gelang nur teilweise. Ich bin der Meinung, dass die Continental AG nicht ohne ihren finanziellen Anteil an der Verfüllung der Stollen davonkommen darf. Stadt und Region wären demnach nicht allein für die Kosten verantwortlich. Die Stollen wurden außerdem für die Zwangsarbeiten während des zweiten Weltkrieges durch die Conti erweitert. Ich bitte Sie, zu bedenken, dass dieses Unternehmen nicht unschuldig an der heutigen Situation der Gefahrenlage in Ahlem ist, und auch eine hohe moralische Schuld auf den Schultern trägt.

Ich danke Ihnen.

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  1. Link zur Originaldrucksache unter www.hannover.de