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Michael Höntsch

Hannover - weltoffen!???

Seit dem vergangenen Jahr ist die Landeshauptstadt auf Initiative der Linken Mitglied in der Städtekoaltion gegen Rassismus, Neofaschismus und Antisemitismus. Dies war ein bemerkenswertes Zeichen. Auch mit der Aktion Bunt statt Braun anlässlich des Wahlkampfauftakts der NPD in der Stadthalle haben tausende von EinwohnerInnen deutlich gemacht, dass sie für ein weltoffenes, ein tolerantes Hannover stehen.

Mehr und mehr wird jedoch deutlich, dass Symbolik allein nicht ausreicht. Der Neuen Presse von heute ist zu entnehmen, dass einer Gruppe Jugendlicher aus Israel und der Türkei, die auf Einladung von Lions einige Tage hier verbringt, im Raschplatz Dreieck von Türstehern diverser Diskotheken der Einlass verweigert wurde.

Zu recht nennt dies Ordnungsdezernent und Stadtkämmerer Marc Hansmann einen peinlichen Vorgang. Doch dabei darf es nicht bleiben! Das was diesen jungen Leuten widerfahren ist, gehört seit Jahren für Mitbürger dunkler Hautfarbe oder aber südeuropäisch aussehenden Jugendlichen und Erwachsenen zum Alltag.

Niemand muss sich wundern, dass diese Vorfälle nicht abreißen, sondern sogar ganz offensichtlich noch zunehmen. Konnte doch vor wenigen Wochen erst ein Clubbetreiber von der Georgstraße öffentlich sogar Nazikonzerte für die Zukunft ankündigen.

Meist bleiben diese Vorfälle öffentlich weitgehend unbeachtet. Dass dieser Vorgang diesmal den Weg auf die erste Seite der Lokalnachrichten gefunden hat, hängt mit eben dieser Gruppe von Jugendlichen aus Israel und der Türkei zusammen.

Oberbürgermeister Weil hat seinerzeit den lokalen Integrationsplan zur Chefsache erklärt. Jetzt müssen Taten folgen. Ein weltoffenes Hannover kann sich dies auf Dauer nicht bieten lassen. Es müssen ernsthaft alle rechtlichen Möglichkeiten bis hin zum Konzessionsentzug überprüft werden.

Michael Hans Höntsch
Fraktionsvorsitzender