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Michael Höntsch/Roland Schmitz-Justen

Linke Mandatsträger bei Israel-Geburtstag

Eindrucksvolle Feierstunde in der hannoverschen Synagoge

Gerne haben der Bezirksrat Roland Schmitz Justen und der Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Michael Hans Höntsch die Einladung der jüdischen Gemeinden Niedersachsens angenommen an der zentralen Festveranstaltung in der Häckelstraße teilzunehmen. Eine gute Gelegenheit mit jüdischen Mitbürgern und Mitgliedern der Deutsch Israelischen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen

In seiner Ansprache blieb des dem Vorsitzenden der DIG Kay Schweigmann-Grewe vorbehalten eindringlich darauf hinzuweisen, dass der Antisemitismus, oft versteckt hinter Antizionismus, einen festen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft hat. Oberbürgermeister Stefan Weil überbrachte die herzlichen Grüße der Landeshauptstadt und machte an dieser Stelle noch einmal deutlich, dass Antisemitismus und rechtes Gedankengut in unserer Stadt immer auf den entschiedenen Widerstand der Stadtgesellschaft stoßen wird. Zu recht verwies er auf die Großdemonstration im vergangenen Jahr gegen die zentrale Wahlveranstaltung der NPD in der Stadthalle.

Einzig der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst trübte mit seiner Rede die Feierstunde. In Anwesenheit des OB kritisierte er in scharfer Form die Verwaltung und den OB für vermeintliche Versäumnisse. Unverständlich, zumal z. B. gerade Fürst sich immer gegen die Stolpersteine ausgesprochen hatte, die nunmehr in Hannover verlegt werden und das Andenken an die ermordeten und deportierten jüdischen Mitbürgern aufrecht erhalten. Nicht zuletzt Weil gehört zu denjenigen, die hier für ein Umdenken in der Verwaltung, nach jahrelangem Ablehnen dieser Forderung durch Herbert Schmalstieg, beigetragen haben.

Die Anwesenheit von Linkspolitikern auf dieser Veranstaltung war unter Umständen für manchen ungewohnt. Deshalb war es gut und richtig hier „Flagge zu zeigen“. Ein Eintreten für Frieden im Nahen Osten schließt die Solidarität mit den jüdischen Menschen ein, die ebenfalls ein Recht auf Leben in Sicherheit haben. Wir werden diesen Dialog selbstbewusst und in kritischer Solidarität fortsetzen.

Michael Hans Höntsch
Roland Schmitz-Justen