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Medieninformation - Ratsfraktion DIE LINKE: Urkundenrolle zum Reichstagsbrand in Amtsgericht Hannover gefunden! /Bisherige Geschichtsschreibung dazu in Teilen obsolet!

Laut aktueller Berichterstattung haben der Historiker Hersch Fischler und Haz-Redakteur Conrad von Meding im Archiv des verstorbenen Spiegelredakteurs Fritz Tobias ein Dokument gefunden, das die Unschuld des Niederländers Marinus van der Lubbe belegt.

Van der Lubbe wurde 1934 als angeblicher Entzünder des Berliner Reichstagsgebäudes von den Nationalsozialisten hingerichtet. Im Archiv des hannoverschen Amtsgerichtes wurde nun von Fischler und von Meding die Urkundenrolle 510 mit einer eidesstattlichen Versicherung des ehemaligen SA-Mannes Hans-Martin-Lennings gefunden. Lennings versichert darin, dass der Reichstag bereits brannte, als er und zwei weitere SA-Männer Marinus von der Lubbe zum Reichstag gebracht haben. Lennings starb 1962, erst 1967 kam es zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens, in dem van der Lubbe posthum freigesprochen werden sollte. Die Erkenntnisse von heute fehlten damals allerdings.

Dazu der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Dirk Machentanz (DIE LINKE): „Die neuen Erkenntnisse belegen, dass Marinus van der Lubbe den Reichstag am 27.02.1933 nicht angezündet hat. Das lässt die Geschichtsschreibung zu dem Thema in einem neuen Licht erscheinen. Passagen zur Reichstagsbrandproblematik müssen umgeschrieben werden, um den an dem Thema interessierten Bürgerinnen und Bürgern den wahren Verlauf der Geschichte nicht vorzuenthalten. Ich bin gespannt, was sich noch alles in dem Archiv im Amtsgerichtsgebäude Hannover anfindet. Die Urkundenrolle 510 lässt nun eine einwandfreie Rehabilitierung des 1934 von den Nationalsozialisten zu Unrecht ermordeten Marinus van der Lubbe zu. Das zeigt, dass sich die Einzeltäterthesen oftmals nicht eindeutig belegen lassen“, so Machentanz.

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