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Medienmitteilung - Debatte um kulturelle Aneignung darf kein Grund für soziale Ausgrenzung sein

Der Integrationsbeirat des Stadtbezirks Ricklingen hat die Förderung einer Freizeitfahrt für Kinder aus einkommensschwachen Familien abgelehnt, weil diese im Namen das Wort „Indianer“ trägt. Für die betroffenen Kinder bedeutet das wohl, dass sie diesen Sommer auf das Freizeitvergnügen verzichten müssen.

Salim Hemeed, integrationspolitischer Sprecher der Linken im Rat der Stadt Hannover erklärt dazu: „Das Wort „Indianer“ ist heute absolut nicht mehr zeitgemäß. Sein Ursprung ist auf vielfache Weise rassistisch, und man sollte heute auf die Verwendung dieses Begriffs verzichten. Mit dieser Begründung aber ein Freizeitangebot für Kinder aus einkommensschwachen Familien faktisch zu streichen, führt nicht zu mehr Sensibilisierung hinsichtlich des Sprachgebrauchs in der Gesellschaft, sondern schlicht zu Unverständnis. Besser wäre es gewesen, das Gespräch mit den Organisator*innen zu suchen, um das Ärgerniss aus der Welt zu schaffen. Jetzt werden ohnehin benachteiligte Kinder zu Opfern einer Debatte, die sie auf Grund ihres Lebensalters noch gar nicht verstehen können. Wir fordern Stadtverwaltung und Integrationsbeirat auf, sich kurzfristig und unkompliziert mit den Antragsteller*innen in Verbindung zu setzen, damit das Angebot unter anderem Namen in diesem Jahr stattfinden kann.“

Volkmar Gabcke, Bezirksratsherr der Linken aus Ricklingen, ergänzt: „Gerade in meinem Stadtbezirk ist der Anteil der von Armut betroffenen Kindern erschreckend hoch. Das alleine ist in einem reichen Land wie Deutschland ein Skandal! Natürlich haben unzeitgemäße und diskriminierende Worte wie „Indianer“ im Kontext von Kinderfreizeiten nichts zu suchen. Leidtragende dieser Debatte dürfen aber nicht die Kinder sein. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten müssen Zuschüsse für einkommensschwache Familien aufgestockt und nicht gekürzt werden!“

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