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Medienmitteilung - Der Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt unterstützt die Ahlemer MAHLzeit e.V.

Der Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt hat in seiner Sitzung am 23.6.22 fast einstimmig einem Antrag der Ahlemer Tafel zugestimmt. Die Tafel erhält 2.500 Euro aus eigenen Mitteln des Stadtbezirksrates, damit die Versorgung der Bedürftigen im Stadtbezirk gesichert bleibt. Die Vertreterin der Linkspartei, Julia Grammel, unterstützte diesen Antrag nicht.

"Tafeln leisten zurzeit wertvolle Arbeit und tragen dazu bei, die große skandalöse Not der Menschen, sich nicht mehr ausreichend in Deutschland zu ernähren, abzumildern. Ich lehne aber eine Zuwendung ab, weil Mittel aus dem Stadtbezirksrat eigentlich nicht für die Alimentation armer Menschen eingesetzt werden darf", so Grammel. "Armutsbekämpfung ist die Aufgabe des Staates. Tafeln dürfen kein Ersatz für staatliche Leistungen sein. Wenn das zur Verfügung stehende Geld vieler Menschen nicht mehr für eine ausreichende Ernährung bis zum Monatsende reicht und der Gang zur Tafel lebensnotwendig wird, stimmt etwas nicht in unserem System", kommentierte Julia Grammel weiter. Sie forderte eine sofortige Anhebung der Transferleistungen auf mindestens 600 Euro monatlich, um den Menschen den unwürdigen Gang zu einer Tafel zu ersparen. Ebenso die Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebens- und Nahrungsmittel, einem Klimageld für Alle auf mehrere Jahre sowie die Erhöhung des Kindergeldes und der Heizkostenzuschüsse für Senior*innen könnten die Folgen der dramatisch anwachsenden Inflation ihrer Meinung nach entschärfen.

"Das würde nicht das Aus für die Tafeln bedeuten. Als 1993 in Berlin die erste Tafel ihre Arbeit aufnahm, versorgten sie Obdachlose gelegentlich mit Nahrungsmitteln. Auch hier gibt es noch genug Bedarf, der weiterhin ehrenamtliches Engagement erfordert", sagte Grammel.    

 

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