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Medienmitteilung - Obdachlosenversorgung: Geplanter Tagestreff in Hannover/Ahlem suboptimal! Leerstehende Hotels für die Obdachlosenunterbringung und Tagesversorgung nutzen!

In einem Rundbrief an Oberbürgermeister Belit Onay sowie an die Dezernent*innen und Ratsfraktionen, beklagt Reinhold Fahlbusch, erster Vorsitzender der Stimme der Ungehörten e.V., Ombudstelle für Obdachlose und Wohnungslose, dass das ehemalige Schulzentrum am Ahlemer Holz ungeeignet für einen Tagesaufenthaltsort für circa 50 obdachlose Menschen ist. Das Gebäude ist zumindest äußerlich in seiner Bausubstanz in einem bedauernswerten Zustand und zu weit von Zentrum und insbesondere von der Obdachlosenunterkunft am Alten Flughafen entfernt. Die obdachlosen Menschen müssten laut Fahlbusch vom Alten Flughafen bis zu 2,5 Stunden Fußmarsch bis zum geplanten Tagesaufenthalt am Ahlemer Holz auf sich nehmen. Das ist den meisten häufig gesundheitlich beeinträchtigten Menschen nicht zuzumuten. 30.000 Euro würden die monatlichen Kosten für die Tagesaufenthaltsstätte betragen. Hinzukommen würden circa monatlich bis zu 8000 Euro für Fahrkarten, wenn man die obdachlosen Bürger*innen nicht dazu anleiten möchte, das Schwarzfahren vom Alten Flughafen bis nach Hannover/Ahlem in Kauf zu nehmen. Nach Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetzes fordert die deutsche Rechtssprechung die Achtung der Menschenwürde, so dass obdachlosen Menschen ungeachtet der Witterungsverhältnisse den ganzen Tag eine geschützte Unterkunft geboten wird. Diesem Passus muss laut Fahlbusch auch in der Praxis umgesetzt werden.

Dazu der Sozialpolitiker und Fraktionsvorsitzende Dirk Machentanz (DIE LINKE): „Ich teile die Meinung von Herrn Fahlbusch. Wir haben jetzt auf Ratsebene einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der Mindeststandards bei der Obdachlosenunterbringung einfordert. Bereits vor einiger Zeit haben wir gefordert, obdachlose Bürger*innen menschenwürdig in leerstehende Hotels einzuquartieren. Damit ließe sich das Geld für eine Tagesaufenthaltsstätte am Ahlemer Holz sparen, und ein menschenwürdiger Standard wäre auch gewährleistet.“

 

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