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Hannover spart Horte kaputt

Seit geraumer Zeit spart die Stadt mit Zustimmung des Ampelbündnisses aus SPD, Grünen und FDP bei den Horten. Nach Angaben der Verwaltung beträgt die Kürzungssumme allein in diesem Jahr acht Millionen Euro. Freie Stellen werden nicht wiederbesetzt, es droht die Schließung von Einrichtungen. Die Gruppe LINKE & PIRATEN kritisiert dieses Kaputtsparen im Bildungsbereich. Den Eltern werde so nicht nur die im Schulgesetz verankerte Wahlmöglichkeit genommen, ihre Kinder nachmittags in der Grundschule betreuen zu lassen oder in einen Hort zu schicken, sagt Gruppenvize Bruno Adam Wolf (PIRATEN). Der bildungspolitische Sprecher verweist auf wichtige soziale und kulturelle Funktionen, welche Horte gerade in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit erfüllen. Die Kinder kommen dort mit anderen Kindern verschiedener sozialer und kultureller Herkunft zusammen. Toleranz gegenüber Andersdenkenden, anders aussehenden und anders agierenden Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und sozialen Schichten werde so von früh an eingeübt, betont Wolf. „Diese Erfahrungen helfen später gegen einseitige, dumpfe Weltbilder.“ So sei etwa der Hort im Von-Alten-Garten in Linden ein typischer Treffpunkt für Kinder unterschiedlichster Herkunft aus den nahe gelegenen Wohnvierteln, nennt er ein Beispiel.

In Ganztagsgrundschulen dagegen sind die Kinder den kompletten Tag unter sich. Durch die gleiche Umgebung, die gleichen Räume und manchmal auch dasselbe Lehrpersonal sei die Trennung zwischen Schule und Freizeit nicht mehr gegeben, erläutert Wolf. Den Kindern entgingen so wichtige Erfahrungen. Die Nachmittagsbetreuung dürfe man deshalb nicht allein den Grundschulen überlassen. „Auch wenn die Nutzerzahlen in den Horten etwas rückläufig sind, muss die Stadt dieses wichtige Bildungsangebot mit entsprechender Personalausstattung erhalten“, fordert er. Verteufeln will er das Nachmittagsangebot der Grundschulen aber nicht, von dem vor allem Kinder aus Nicht-Akademiker- und Einwanderer-Familien profitierten.